29 Schüler erstellen Spielplatz in Ungarn - Güglingen-Zabergäu
Lionsclub Güglingen-Zabergäu initiiert Sozialprojekt von Gymnasiasten

Anlässlich seines 30-jährigen Clubjubiläums unterbreitete Lionsfreund Timo Schuh, Pädagoge am Lichtensterngymnasium Sachsenheim, den Vorschlag, einen durch Schüler zu erstellenden Spielplatz mit 10.000 € zu unterstützen. Die Wahl für den Bauort fiel dann auf die mit Brackenheim seit 2010 verbundene Partnergemeinde Tarnalelesz im Osten Ungarns. Die Besonderheit des ländlichen Ortes liegt in der Einwohnerstruktur: mehr als die Hälfte der Bevölkerung gehören den Sinti und Romas an.
29 Schüler der Klassenstufe 9 begeisterten sich für die Möglichkeit, sich im Rahmen dieses Sozialprojekts zu engagieren. Dafür starteten sie seit Anfang 2024 mehrere Aktionen, wie Waffelverkauf beim Eishockey, Stand am Adventsmarkt oder Spendenlauf, um die Restfinanzierung sicherzustellen.
Für die Koordination der Arbeiten mit Beschaffung des Baumaterials, Bereitstellung der Werkzeuge sowie fachliche Anleitung konnte die gemeinnützige Organisation Kukuk gewonnen werden.
Am Samstag, 3. Mai 2025, 7:00 Uhr, startete der Bus mit den Schülern, den Begleitlehrern Andrea Spechtenhauser und Jürgen Reif, Helga El-Kothany und Bettina Klein-Ilbeck als Vertreterinnen des Partnerschaftskomitees sowie Rolf Kieser für den Lionsclub.
Gemeinsam mit den erfahrenen Bauleuten von Kukuk besichtigte man am Sonntagnachmittag die noch unberührte Wiese in Nachbarschaft des gemeindlichen Betreuungs- und Bildungszentrums, um die Ideen der Brackenheimer Schüler aufzunehmen.
Danach sollte mit dem angelieferten Robinienholz ein Balancierparcours mit mehreren Stationen wie Schiff, Turm, Schaukel, Wippe oder Feuerstelle mit Liegemöglichkeiten und Häuschen entstehen.
Nach dem gemeinsamen Frühstück um 7:00 Uhr erfolgten am Montag zunächst die Erdarbeiten mit Ausheben der Fundamente, die am Ende des erste Arbeitstages schon mit Beton verfüllt werden konnten. Die nächsten Tage waren mit Montagearbeiten an den verschiedenen Stationen ausgefüllt. Dazu erhielten die Schüler einen motivierenden Vorschuss an Zutrauen für selbstständiges Arbeiten, den sie auch mit Bravour einlösten. Für nicht wenige war es eine ganz neue Erfahrung, mit den Akkuwerkzeugen, wie Schrauber, Bohrer, Fräse, Flex, umzugehen.
Am Ende des vierten Arbeitstages war das Werk nahezu vollbracht, ohne dass es sich von professionellen Anlagen unterscheidet. Der ungarische TÜV-Mitarbeiter hatte nur noch eine geringfügige Korrektur anzubringen.
Den Freitag nutzten wir für die Besichtigung der Universitätsstadt Eger, Sitz der Verwaltung der Region Heves sowie der Besteigung einer bis ins 17. Jahrhundert von den Osmanen besetzten Burganlage.
Abends gab es dann die festliche Einweihung des Spielplatzes, wofür sich Bürgermeister Bela Kovacs für die Gemeinde und Rolf Kieser für den Lionsclub ganz herzlich bei den Schülern und ihren begleitenden Lehrern bedankten.
Die Unterbringung während dieses einwöchigen Arbeitseinsatzes erfolgte übrigens in einem Matratzenlager auf dem Fußboden der Turnhalle.
Nach einem Stopp in Bratislava, Stadtbesichtigung von Budapest und Besuch des Heimatmuseums der Ungarndeutschen in Budaörs empfingen die wartenden Eltern am Sonntag, 11. Mai 2025, um 18:00 Uhr, wieder ihre zur Völkerverständigung beigetragenen „Gastarbeiter“.
"Nach knapp 40-jähriger Mitwirkung an den vielfältigen Aktionen zum Entstehen und Beleben der Brackenheimer Städtepartnerschaften waren diese neun Tage eine ganz neue Erfahrung, die mich tief beeindruckt hat und von der ich immer noch sehr begeistert bin. Für unsere Schüler war es sicher eine wertvolle Horizonterweiterung verbunden mit sozialem Engagement, auf das sie stolz sein können und wohl noch sehr lange in bester Erinnerung behalten werden." berichtet der Vertreter des Lionsclubs und ehemaliger Bürgermeister von Brackenheim, Rolf Kieser.